Halloween, Polizeipräsidium und internationales Filmfestival…
Jaja, es war schon wieder eine aufregende Woche
. Gehen wir mal chronologisch vor:
Montag
Wie immer stand Mo und Di erstmal arbeiten in Frankfurt an. Seit letzter Woche bin ich nun in eine anderes Büro umgezogen. Christina (sozusagen die heimliche Chefin der Company
) teilt sich nun mit mir ein Büro. Nachdem ich an den ersten Tag so fies zu ihr war, beschloß ich, diese Woche netter zu sein.
Irgendwann im Laufe des Tages klingelte dann auch mein Handy und Giuseppe fragte mich, ob ich denn nicht am Di und am Do mit ihm Musik machen wolle. Natürlich hab ich ja gesagt, bevor er überhaupt die Gage nennen konnte
. So es war es also ausgemacht, daß ich am Di abend mit Foots und Tertia (die Frau von den Preluders mit der tollen Stimme) im Unity spielen sollte.
Nett wie ich war, lud ich natürlich Cristina gleich dazu ein. Die Frau kommt ja wegen ihrer Nobelwohnung im Westend (inkl einigem Ärger) und des daraus resultierenden Geldmangels kaum noch raus. Und da man Frankfurt als Karlsruherin unbedingt richtig kennenlernen muß, lud ich sie ein. Es schien mir so, als hätte sie “ja” gesagt und wolle auch tatsächlich mitkommen.
Dienstag
Wieder arbeiten. Naja, Cristina ist freundlich (den gestrigen Tagen hatten wir ohne Zoff überstnande
) und so freute ich mich auf den Abend. Doch die offenkundige Erkältung unserer geheimen Chefin machte ihren Plänen für das Unity einen Strich durch die Rechnung. So fuhr ich also um halb sechs allein rüber in die Hanauser Landstraße und freute mich auf einen schönen Musikerabend.
Viel Spaß hat’s dann auch wieder gemacht. Ich durfte Ulla, eine neue Tontechnikerin, kennenlernen und viele alte Freunde treffen (Giuseppe, Foots, Stefan, Tertia, Marc, …). Obwohl Halloween war, war im Unity keine Verkleidung angesagt - eigentlich schade. Das Extremste was man sah, waren Spinnenohrringe
. Eigentlich wollten wir (zumindest Ulla und ich) uns wenigstens noch “Kiss”-like die Gesichter schminken - aber über Pizza-essen und Gig-Vorbereitung haben wir das dann doch (abischtlich?) vergessen.
Trotzdem war es ein sehr schöner abend. Mit Tertia spielen ist immer was besonderes: Die Frau hat nicht nur eine geniale Stimme, sondern ist im Gegensatz zu vielen anderen Sängerinnen keine typische Diva und respektiert die Band. Das Programm bestand wieder aus Coversongs von Alanis Morisette, Joss Stone, Erika Badhu oder anderen Soul-Klassikern. Nach dem Gig bin ich dann tatsächlich noch bis zwei oder drei Uhr geblieben und hab mich vergnügt (mit Leuten gequatscht, getanzt, gequatscht, getanzt, …)
. Irgendwann dämmerte aber auch mir, daß da ja noch ein Mittwoch am nächsten Tag auf mich wartete…
Mittwoch
Nachdem ich Halloween gut überstanden hatte, quälte ich mich am frühen Morgen gleich wieder aus dem Bett. Warum? Nun ja, dummerweise hatten Marc und ich ein Meeting in Frankfurt. Marc hatte das ganze zum Glück abends noch um eine halbe Stunde nach hinten verlegt
. So trafen wir uns also zu dritt mit Tom in seinem Tonstudio. Das Studio liegt in einer sehr geilen Location: es befindet sich im alten Polizeipräsidium. Wer das nicht kennt: Es ist ein riesiger komplex mit schöner alter (denkmalgeschützter) Fassade am Platz der Republik. Aus dem Tonstudio kann man direkt auf die nahen Bankentürme schauen - man ist also mitten in der City. Im gleichen Komplex befindet sich auch ein recht angesagter Club namens “Präsidium 19/11“. Große Teile des Gebäudes stehen aber leer und sobald die Stadt das Grundstück an einen Investor verhökert, müssen wahrscheinlich auch die letzten Mieter raus
. Ich stehe zwar auf moderne Wolkenkratzer, aber ein bißchen “Charakter” sollte der Stadt schon noch erhalten bleiben. Aber da haben wir wohl nicht viel zu sagen…
Zumindest wird Tom’s Studio dort noch einige Zeit bestehen und wir sprachen darüber, wie wir in Zukunft zu dritt Computerspiele vertonen können. Diese sehr interessante Idee entstand irgendwann mal zwischen uns dreien und da Marc und Tom bereits Werbefilme vertonten und ich einige Erfahrung in Musik und Computerspielen habe, mußten wir es nur noch machen. Mal sehen, was in Zukunft daraus wird - bin gespannt
.
Zwischendurch: Bilder aus dem neuen Europaviertel. Nun hat dieses Schlammloch inmitten Frankfurts wenigstens schon ne Straße mit Bürgersteig
:
Donnerstag
Endlich mal ein Tag, um etwas an meinen Studien- und Seminararbeiten zu schreiben. Aber weit bin ich trotzdem nicht gekommen
. Abends waren wir ja für das internationale Filmfestival im Metropolis gebucht. Bereits um sechs war Soundcheck - zumindest war das so geplant
. Alle Musiker waren pünktlich (auch Tertia war da, was für Sängerinnen normal nicht üblich ist
). Auch die zwei Jungs, mit denen wir den zweiten Teil des Konzerts spielen sollten, waren bereits da (angeblich haben sie irgend ne Single im Radio - kannte ich aber nicht). Nur die Technik stand noch nicht. Wiedermal hatte der Veranstalter die Planung total verpeilt
.
Naja, es gab leckeres Essen (auch wenn ich nicht immer wußte, was das genau war). Das Publikum war etwas “seltsam”. Naja, Ihr könnt Euch wahrscheinlich das Publikum auf einem Filmfest in etwa vorstellen (sieht man ja auch oft im Fernsehen): Regisseure, Schauspieler, Produzenten und vor allem deren “Möchtegern”-Varianten
. Die waren eben da, um sich zu zeigen und Businesskarten auszutauschen - weniger zum Feieren oder Musik hören. So konnten wir mit einem guten Konzert sowohl mit Tertia als auch den beiden Soul-Jungs zwar den einen oder anderen Fuß zum Zucken bringen, aber das ganz war trotzdem noch weit entfernt von “Konzertatmosphäre”.
Aber egal: wir hatten gut gespielt, unseren Spaß und unser Geld (naja nicht ganz, die Rechnung muß ich noch schreiben
). Anschließend sind wir auch auf dieser Veranstaltung noch n bißchen hängen geblieben und haben uns unter’s Volk gemischt. Ich bin wieder recht spät rausgekommen und mußte dann feststellen, daß das von mir gewählte Parkhaus noch nicht mal eine Nachtpauschale hatte - ich mußte pro Stunde zahlen. Naja, dafür stand mein Auto ja auch abschleppsicher
. So ging’s also nach Hause, um schon wieder kurz an das nächste Meeting am Freitag morgen zu denken…
Freitag
Der spannende Teil der Woche war nun eigentlich vorbei, aber der Vollständigkeit halber: Freitag morgen trafen wir uns mit unserer Unternehmensgründungsgruppe (ein Seminar an der Uni) in Darmstadt. Zumindest konnten wir einige grundlegende Aufgaben verteilen und uns nun in die Arbeit stürzen. Deniz mußte nach dem Mittagessen zur Vorlesung (Zivilrecht…) und Natalja und ich gingen spontan in die Stadt nen Kaffee trinken (auf Wienerisch, mit Wasser dabei
). Eigentlich wollte unsere Diplom-Soziologin anschließend in die Vorlesung gehen, doch irgendwie haben wir uns verquatscht und so doch tatsächlich den kompletten Nachmittag in Darmstadt “verplempert”. Naja, neudeutsch nennt man das wohl “Socializing” - ist ja auch gut für die Harmonie im Team
. Nunja, um halb fünf hab ich mich dann Richtung Heimat aufgemacht - und einen weiteren Tag rumgebracht, ohne an meinen Studienarbeiten zu sitzen…